Wasgaustraße 2-6 | 76855 Annweiler | Tel.: 06346 2075 | Fax: 06346 1640 | info@chripa.de | www.chripa.de

Arbeitsrecht und Home-Office: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Immer mehr Unternehmen ermöglichen ihren Mitarbeitern, im Home-Office zu arbeiten. Aber was bedeutet das für Arbeitnehmer? Dürfen sie sich ihre Arbeitszeit selbst einteilen und müssen sie immer erreichbar sein? Wir haben mit einer Expertin die wichtigsten Fragen geklärt.

Viele Arbeitnehmer finden es praktisch, wenn sie an einigen Tagen von zu Hause arbeiten können: Sie sparen sich das Pendeln, können neben der Arbeit noch Wäsche waschen und sie sitzen am heimischen Schreibtisch statt im lauten Großraumbüro.

Mittlerweile bietet sogar jeder zehnte Job die Möglichkeit, daheim zu arbeiten statt im Büro in der Firma – vor allem im Vertrieb, in der IT und in der Unternehmensberatung. Das ist das Ergebnis einer Studie des Portals Stepstone.

Aber was müssen Mitarbeiter beachten, wenn sie im Home-Office tätig sind? Welche Pflichten gelten für sie und was sollten sie keinesfalls tun? Unsere Redaktion klärte mit Claudia Knuth, Fachanwältin für Arbeitsrecht, die wichtigsten Fragen.

 

Besteht ein grundsätzlicher Anspruch auf Home-Office?

Ein Anspruch des Arbeitnehmers auf einen Home-Office-Arbeitsplatz besteht in Deutschland bisher nicht, anders als zum Beispiel in den Niederlanden. Sofern ein Arbeitnehmer zu Hause arbeiten möchte, sollte er dies zwingend vorher mit seinem Arbeitgeber besprechen. Die Entscheidung, ob die (teilweise) Arbeit im Home-Office ermöglicht wird oder nicht, obliegt allein diesem.

 

Darf ich mir als Arbeitnehmer meine Arbeitszeit frei einteilen und sollte ich meine Stunden erfassen?

Die Arbeitszeit ändert sich zu Hause grundsätzlich nicht. Bei der Gewährung von Home-Office ist nur der Ort, an dem die Arbeitsleistung geschuldet wird, ein anderer. Der Arbeitnehmer hat sich insofern weiter an die vertraglich festgelegte Arbeitszeit zu halten. Das gilt sowohl hinsichtlich der Dauer als auch der Lage der Arbeitszeit.

Da die Arbeitszeit für den Arbeitgeber jedoch nur schwer kontrollierbar ist, wird in der Regel eine (beschränkte) Vertrauensarbeitszeit vereinbart. Sie ermöglicht dem Arbeitnehmer die freie Zeiteinteilung im Home-Office. Eine Aufzeichnung der Arbeitszeit im Sinne der Dauer der Tätigkeit sollte in jedem Fall erfolgen.